Warum barrierefrei bauen?

Barrierefreiheit


Barrierefreiheit ist "...die umfassende, selbstverständliche barrierefreie Gestaltung des allgemeinen Lebensumfeldes..." "Nicht teure Sonderlösungen sind anzustreben, sondern eine intelligente und auf menschliche Fähigkeiten orientierte Bauweise." (Bundesgleichstellungsgesetz)
"Barrierefreiheit ist die Eigenschaft von Gebäuden und anderen baulichen Anlagen, wenn sie für alle Menschen mit und ohne Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind." (Entwurf zur DIN 18030)
Begriffe wie sie landläufig noch im Gebrauch sind wie "behindertengerecht" oder "behindertenfreundlich" werden nicht definiert.



Barrierefreies Bauen berücksichtigt die Bedürfnisse dieser Personengruppen:

* Blinde und Sehbehinderte
* Gehörlose, Ertaubte und Schwerhörige
* Rollstuhlbenutzer ( auch die mit Bewegungseinschränkungen des Oberkörpers)
* Gehbehinderte
* Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen
* Ältere Menschen
* Kinder
* Klein- und Großwüchsige

Alter
Die Gesellschaft in Europa verändert sich. Männer werden heute im Durchschnitt 75 Jahre alt und Frauen etwa 82 Jahre. Damit werden sie etwa 10 Jahre älter als 50 Jahre zuvor. Diese kontinuierlich steigende Lebenserwartung, verbunden mit rückläufigen Geburtenraten, führt dazu, dass der Anteil der über 65-Jährigen in Deutschland heute bei ca. 14 % liegt und bis 2050 auf über 20% steigen wird. Die Generationen der Alten sind heute gesünder, mobiler, qualifizierter und kaufkräftiger als alle vorherigen Generationen zuvor. Aber die Auswirkungen, die das Alter mit sich bringt etwa durch Krankheiten, werden so gravierend und die Kosten die durch Betreuung und Pflege entstehen, so hoch, dass sich die Forderung nach einer barrierefrei gebauten Umwelt wie selbstverständlich stellt.





Individuelle Fähigkeiten
Das Ziel aller Gestaltung ist die Integration und eigenverantwortliche Lebensweise möglichst aller Menschen. Dafür müssen die Menschen als Individuen viel stärker als bisher in den Mittelpunkt der Planung rücken und zwar mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Anforderungen, bezogen auf Sensorik ( Wahrnehmen ), Kognition ( Denken ) und Motorik ( Handeln ). Erst dann ergeben sich Lösungen für Kleine und Große, Junge und Alte mit ihren unterschiedlichen persönlichen Bedürfnissen und ihren individuellen Wohn- und Lebensvorstellungen in allen Phasen des Lebens. Barrierefreies Bauen wird dann zur Selbstverständlichkeit.










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